Mündliches Deutsch im Polizei-Interview: So überzeugen Sie im Vorstellungsgespräch

Veröffentlicht am 10. September 2026 um 21:34

Wer den schriftlichen Deutschtest gemeistert hat, steht vor der nächsten großen Hürde: dem persönlichen Vorstellungsgespräch vor der Auswahlkommission. Während die schriftlichen Prüfungen strikt auf Hochdeutsch ausgelegt sind, läuft das persönliche Gespräch in der Praxis meist auf Schweizerdeutsch - allerdings ohne Garantie.

Doch lassen Sie sich davon nicht täuschen: Auch im Dialekt achten die Experten der Auswahlkommission exakt auf Ihre Sprachdisziplin, Ausdrucksweise und professionelle Haltung. Wie Sie im Interview mündlich überzeugen und typische Sprachfallen vermeiden, erfahren Sie in diesem Beitrag.


1. Mundart ja – aber mit professionellem Niveau

Im Polizeialltag kommunizieren Sie mit der Bevölkerung meist auf Schweizerdeutsch. Dementsprechend findet auch das Bewerbungsgespräch in der Regel im Dialekt statt, um einen natürlichen Eindruck von Ihrer Persönlichkeit zu gewinnen.

Die Stolperfalle: Viele Bewerber verwechseln die gewohnte Mundart mit Alltags- oder Jugend-Slang.

Die Anforderung: Gefragt ist ein gepflegtes, strukturiertes Schweizerdeutsch. Vermeiden Sie ausgeprägte Dialekt-Gefälligkeitsausdrücke, Slangwörter oder einen zu saloppen Tonfall.

2. Souveränität beim Wechsel ins Hochdeutsch

Auch wenn das Gespräch auf Schweizerdeutsch geführt wird, können manche Kommissionen spontan testen, wie sattelfest Sie im Hochdeutschen sind – etwa durch eine kurze Frage wie: „Wie würden Sie diesen Sachverhalt einem deutschsprachigen Touristen erklären?“

Worauf es ankommt: Sie müssen ohne Zögern, flüssig und ohne Hemmungen ins Hochdeutsch wechseln können.

Der Tipp: Üben Sie vorab, Ihren beruflichen Werdegang oder eine kurze Geschichte flüssig auf Hochdeutsch vorzutragen, damit Sie bei einem spontanen Sprachwechsel nicht aus dem Konzept geraten.

3. Füllwörter und Umgangssprache streichen

Unruhiges Sprechen und Unsicherheit zeigen sich im Dialekt besonders schnell durch Füllwörter („ähm“, „wie gschied“, „halt“, „weisches“). Das wirkt unkonzentriert.

❌ Schwach: „Ich ha hald scho immer wölle zu de Polizei, will’s eim eifach nie langwilig wird.“

✅ Stark: „Ich sueche e brueflechi Useforderig mit spürbarem Mehrwert für d’Gsellschaft, wo sehr viel Abwechslig bütet.“

4. Antworten strukturieren nach dem STAR-Prinzip

Wenn Sie nach schwierigen Situationen aus Ihrem bisherigen Leben gefragt werden (z. B. Konflikte im Beruf oder Sport), geraten viele ins Schlingern.

Antworten Sie auch im Dialekt klar strukturiert nach der STAR-Methode:

Situation: Was war der Hintergrund? (Kurz und präzise)

Task (Aufgabe): Was war Ihre konkrete Rolle oder Aufgabe?

Action (Aktion): Welche Schritte haben Sie unternommen?

Result (Ergebnis): Was war das positive Resultat?

5. Mündliche Kommunikation lässt sich trainieren

Ein überzeugender Auftritt im Auswahlgespräch ist kein Zufall. Wer seine Argumente auch im Schweizerdeutsch präzise, respektvoll und auf den Punkt bringt, hinterlässt bei der Auswahlkommission einen bleibenden, professionellen Eindruck.

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